Bevor Sie loslegen, müssen Sie darauf achten, dass die Hardware Ihres zukünftigen Servers auch zu Linux und konkret zu diesem Server passt. Dabei ist in der folgenden Liste nicht exotische Hardware aufgeführt, sondern typische Standardkomponenten eines PCs.
Unter Linux gilt allgemein: Je neuer eine Hardwarekomponente ist, desto geringer die Chance, dass Linux sie unterstützt. Dies liegt daran, dass nur wenige Hardwarehersteller Linux selbst unterstützen. Die Treiber werden zumeist von freiwilligen Programmierern zu einem Zeitpunkt entwickelt, zu dem die Hardware schon eine Weile auf dem Markt ist und sich in breitem Rahmen durchgesetzt hat.
Welche Hardware brauchen Sie:
| CPU | mindestens 686er, mind. 200 MHz |
| RAM |
|
| Festplatte | ab 6 GB; IDE, SATA oder SCSI |
| Diskette | 3,5" 1,44 MB Laufwerk, bootfähig (nicht zwingend erforderlich) |
| CD-ROM | IDE-ATAPI-Laufwerk oder SCSI-CDROM-Laufwerk |
| SCSI | nicht unbedingt nötig; Liste der unterstützten Kontroller |
| Grafik | VGA-Karte, mit entsprechendem Monitor (14"
ausreichend) Die Grafikkarte sollte keinen Ventilator haben - das ist nur eine weitere Störungsquelle. |
| IO | Parallele Schnittstelle für Drucker (nicht unbedingt nötig), 2 serielle Schnittstellen für Modem oder USV (nicht unbedingt nötig) USB 2.0, evtl. "Firewire/IEEE1394" |
| Netzwerkkarte | Liste der unterstützten Karten |
| ISDN | nicht unbedingt nötig; Liste der unterstützten Kontroller |
Diesen Schritt müssen Sie nur machen, wenn ein Rechner zur Installation genutzt werden soll, der nicht von CD-ROM booten kann. Legen Sie im Zweifelsfall erst einmal die CD in den zukünftigen Server ein und testen Sie, ob der Rechner damit startet.
Ist das nicht der Fall, brauchen Sie einen beliebigen Rechner mit DOS oder Windows. Legen Sie die CD-ROM in das entsprechende Laufwerk, wechseln Sie auf dieses Laufwerk und rufen Sie dort das Programm
bootdisk.batauf! Legen Sie eine fehlerfreie Diskette ins 3,5"-Laufwerk ein.
Unter Linux:
cd /Pfad/zu/CD cd disks dd if=sbootmgr.dsk of=/dev/fd0Dann sollte angezeigt werden, dass 216 Blöcke kopiert worden sind.
Mit der soeben erzeugten Startdiskette gehen Sie nun an
den zukünftigen Schulserver.
Er sollte von dieser Diskette booten und Ihnen u.a. anbieten, vom CD-ROM-Laufwerk weiter zu booten.
Es kann durchaus 1 Minute dauern, bis das Auswahlmenu erscheint,
Der zukünftige Server muss den Hardwarevoraussetzungen nach Kapitel 2.1 entsprechen.
Legen Sie jetzt die CD ins CD-ROM-Laufwerk und eventuell die Startdiskette ein. Starten Sie den Rechner mit RESET oder schalten Sie den Rechner ein. Beim Start sehen Sie kurz einen Begrüßungsbildschirm und die Meldung "Loading.....". Ihr Rechner startet ein einfaches Linux und versucht die CD einzuklinken. Wenn das erfolgreich war, sehen Sie ein erstes Menü: "ODS-Server-Installation" sowie einer Auswahl:
Abbildung 2-1: Installationsmenü
alt f2für Konsole 2 usw.
Für die Erstinstallation wählen Sie "alles" aus. Sicherheitshalber werden Sie gefragt, ob Sie das wirklich ernst meinen oder ob die Daten erhalten bleiben sollen. Wenn Sie nun mit "nein" antworten, werden alle Daten der Festplatte unwiderruflich gelöscht! Wichtige Daten sollten Sie vorher in Sicherheit bringen! Im Folgenden wird die Festplatte neu partitioniert und formatiert. Dann werden die Pakete im Slackware-Format (*.tgz) auf der Festplatte ausgepackt und eingerichtet. Je nach Rechenleistung des Prozessors und der Größe und Geschwindigkeit der Festplatte dauert dieser Schritt zwischen 10 und 30 Minuten.
Neben den eigentlichen Slackware-Paketen werden einige speziell angepasste Pakete und Software kopiert. Zuletzt wird der Boot-Lader LILO eingerichtet. Ist der Vorgang abgeschlossen, bekommen Sie die Meldung: "Diskette und CD-ROM entnehmen und den Server neu starten". Nutzen Sie jetzt einfach RESET und booten Sie den Server. Wenn alles gut gegangen ist, sollte jetzt kurz "LILO" erscheinen, und die Ersteinrichtung beginnt.
Sofern bis hier alles gut gegangen ist, begrüßt Sie der Server mit der folgenden Meldung:

Abbildung 2-2: Der erste
Startbildschirm
Zuerst geben Sie dem Nutzer sysadm ein Passwort. Merken Sie sich dieses Passwort gut, es ist der Zugang zum Server. Anderenfalls müssen Sie den Server noch einmal neu installieren!
Das Passwort sollte nur aus kleinen Buchstaben und Ziffern bestehen und muss mindestens 5 Zeichen haben. Verwenden Sie aber keine zu leichten Passwörter, damit Sie damit nicht die Sicherheit des Servers aufs Spiel setzen! Später können Sie das Passwort jederzeit wieder ändern.
Dann werden Sie nach dem Domainnamen gefragt, den der Server verwenden soll. Diesen können Sie meist von Ihrem Provider erhalten. Für Schulen, die das (derzeit kostenlose) Angebot von Winshuttle (http://www.shuttle.de/infos/support/schulen) oder eine Mitgliedschaft beim "Offenen Deutschen Schulnetz" (ODS) nutzen, hat er die Form:
<Schulname>.<Kreis>.<Bundesland>.schule.de
Nehmen wir als Beispiel die Mittelschule Johannstadt-Nord in Dresden, deren Domain lautet:

Abbildung 2-3: Aufbau einer c't/ODS-Domain
Haben Sie keine Domain erhalten, tragen Sie zunächst eine
beliebige Domain ein, z.B. schule.local. Sie können die Angabe später
jederzeit korrigieren.
Als "top level domain" (das ist alles nach dem letzten Punkt) sollten Sie dann "local" nehmen, wenn Sie den Domänennamen frei wählen - er ist für solche Zwecke reserviert.
Als nächstes geben Sie den Schulnamen (Organisation) sowie Schulort usw. ein. Diese Bezeichnung ist frei wählbar, sollte aber höchstens 50 Zeichen lang sein. Diese Angabe wird insbesondere für den E-Mail- und Newsverkehr benötigt.
Abbildung 2-3a: Systemname
Dann wird die erste Netzwerkkarte eingerichtet, damit der Server gleich mit allen notwendigen Netzwerkfunktionen starten kann. Wählen Sie den entsprechenden Kartentyp aus der Liste aus. Das Angebot ist größer, als das Menüfeld zulässt. Wenn also die Karte nicht gleich dabei ist, rollen Sie doch etwas weiter nach unten.
Abbildung 2-3b: Netzwerk-Karte
Haben Sie weitere Netzwerkkarten im Server, dann richten Sie diese später ein. Näheres dazu erfahren Sie im Kapitel 3.2.
Als letztes in dieser Runde richtet der Server den Proxy-Cache ein. Das dauert je nach Rechenleistung und Festplatte zwischen 2 und 5 Minuten. Dann erfolgt der erste richtige Start des Servers, in der Regel mit allen Netzdiensten. An der Konsole erscheint:
Arktur login:

Abbildung 2-4: Hauptmenü des Servers
Eine wichtige Aufgabe bleibt: Sie müssen den Zugang für den Superuser "root" einrichten. Was unter Novell Netware einst "Supervisor" und heute "Admin", unter Windows-Servern "Administrator" heißt, ist in der Unix-Welt "root", zu gut deutsch "Wurzel".
Der Nutzer root darf alles, aber auch alles kaputtmachen. Seien Sie also vorsichtig, wenn Sie als root am System arbeiten. Leicht beschädigen Sie Ihr System so stark, dass es kein Zurück mehr gibt. Gut, wenn man dann auf eine Sicherung zurückgreifen kann. Mehr dazu gibt es im Kapitel 8.3 "Backup".
Einige wenige Dinge müssen Sie aber als root machen. Das betrifft insbesondere Hardwareeinrichtungen. Deshalb müssen Sie den Zugang nun freigeben. Dazu muss ein gültiges Passwort eingetragen werden.
Gehen Sie als sysadm in das Menü "Anwender verwalten" --> "Einzeln" --> "Pass". Dort wählen Sie den Punkt "ALLES" aus und suchen den Nutzer "root". Tragen Sie ein gültiges Passwort ein. Halten Sie es geheim! Es ist der "Generalschlüssel" zu diesem Server.
Anschließend können Sie sich an einer anderen Konsole einmal als root anmelden. Zu den anderen Konsolen gelangen Sie, indem Sie die Alt-Taste gedrückt halten und eine der Funktionstasten F1-F6 drücken. Sie haben also 6 Konsolen an einem Rechner zur Verfügung. Abmelden können Sie sich jederzeit durch Eingabe von logout (oder exit).
Linux ist ein komplexes Server-Betriebssystem. Wie Sie es von Windows sicher gewohnt sind, dürfen Sie auch einen Linux-Server niemals einfach ausschalten! Statt dessen müssen Sie ihn kontrolliert 'herunterfahren'. Linux unterscheidet die Varianten "anhalten" und "neu starten".
Als sysadm finden Sie im Hauptmenü unter "Nutzen" den Punkt "Ausschalten".

Abbildung 2-5: Herunterfahren des
Servers
Dann wählen Sie entweder Anhalten oder Neustart aus.

Abbildung 2-6: Menü zum Herunterfahren
Für root gibt es die Befehle "halt" oder "reboot", die das entsprechende bewirken. Daneben führt die Tastenkombination [Strg]+[Alt]+[ENTF] zum Anhalten des Servers. (Schon deshalb sollte die Tastatur des Servers nicht frei zugänglich sein ...)
Sie sehen dann, wie die einzelnen Serverprozesse angehalten werden. Nach etwa einer Minute kommt die Meldung "System angehalten" (oder "Power down"). Dann können Sie den Rechner ausschalten. Rechner mit modernen ATX-Netzteilen sollten von selbst ausschalten.