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5.5 Windows-XP-Clients

Als neuestes Mitglied der Windows-Produktfamilie ist Windows XP in zwei Varianten erhältlich: Einer "Home"-Version für den privaten Anwender und einer "Professionell"-Version für die betriebliche Nutzung. Soll Windows XP in der Schule eingesetzt werden, muss unbedingt die "Professionell"-Version benutzt werden. Nur diese Ausgabe kann an einen Domänen-Server angeschlossen werden und dessen Freigaben nutzen.
Windows XP Home kann allerdings auch (z.B. mit Hilfe einer Batchdatei) Verbindung zu den Freigaben und sonstigen Diensten des Servers aufnehmen.
Bevor Sie dieses Kapitel als Arbeitsgrundlage nehmen, sollten Sie das Kapitel 5.4 - Windows-2000-Clients gelesen haben. Die Einbindung einer Netzwerkkarte und die Einrichtung des TCP/IP-Protokolls ist dort sehr ausführlich dargestellt und gilt im Prinzip auch für Windows XP Professionell.

Die Beschreibung enthält deshalb vor allem die Bereiche, die sich gegenüber der Vorgängerversion verändert haben. Natürlich kann hier wieder nur auf den Standard-Fall vollständig eingegangen werden. Dabei nehmen wir an, dass Sie keine weiteren Server in diesem Netzwerkbereich betreiben und Arktur Domänen-Server sein soll..
Während der Installation sollten Sie die Windows-Installations-CD in der Nähe haben, weil Sie möglicherweise danach gefragt werden. Achten Sie darauf, dass die installierte Version mit dem Revisionsstand der bereitgehaltenen CD übereinstimmt.

a) Vorbereitungen an Arktur

Die Vorbereitungen laufen wie bei den Windows-2000-Clientrechnern ab: Sie müssen einen Benutzer angeben, der den Client-Rechner in der Domäne anmelden darf.
Die dazu berechtigten Benutzer sind in "/etc/samba/smb.conf" unter "admin users" aufgeführt; "root" darf das seit Samba 3.0.28 (und Arktur 3.6.02) nicht mehr, aber "adm" darf das. Sie müssen also dem Nutzer "adm" ein verschlüsseltes Passwort verschaffen. Das geht im "sysadm"-Menu "Anwender/Anwender verwalten/einzeln/Passwort/alles".

Nun müssen Sie die Computerkonten erstellen. Unser Client soll den Namen "rechner1" erhalten. Arktur unterscheidet große und kleine Buchstaben, Windows hingegen ist da sehr großzügig. Um Probleme mit den Rechnernamen zu vermeiden, empfehlen wir, ausschließlich Kleinbuchstaben zu verwenden, da diese einheitlich verwendet werden. Sie erstellen das Computer-Konto mit:

root@Arktur# mkntclient rechner1

Als Antwort erhalten Sie nur "added rechner1". Diesen Schritt müssen Sie nun für jeden Client ausführen, den Sie in die Domäne von Arktur aufnehmen wollen. Doch zurück zur Einrichtung des Clients.

b) Anbindung des Clients an die Domäne

Für die Einrichtung eines Windows-XP-Clients hat es sich als günstig erwiesen, zunächst den Rechner ohne Domänenanmeldung einzurichten. Damit der Zugriff auf die Domäne funktioniert, muss ein Registry-Patch eingespielt werden. Das ist während der Standard-Installation noch nicht möglich und kann erst nach Abschluss der Erstinstallation erfolgen. Legen Sie aber bitte während der Installation bereits den Rechnernamen fest, den der Client später behalten soll. Anderenfalls schlägt die Domänenanmeldung fehl und der Client kann (noch) nicht eingebunden werden.

Melden Sie sich am Windows-XP-Client als Administrator an.

Anmeldung als Administrator
Abbildung 5.5-1: erste Anmeldung als Administrator

Klicken Sie im Startmenü mit der rechten Maustaste auf Arbeitsplatz und wählen Sie "Eigenschaften". Dann öffnet sich das Fenster mit den Systemeingenschaften der Arbeitsstation.

Netzwerkeigenschaften
Abbildung 5.5-2: Netzwerkeigenschaften ändern

Aus diesem Fenster "Systemeigenschaften" wählen Sie den Reiter "Computername" und dort die Schaltfläche "Ändern" . Kontrollieren Sie, dass der Name des Rechners bereits stimmt. Statt einer Domäne ist der Rechner in einer Arbeitsgruppe eingebunden, die hier auch "WORKGROUP" heißt, aber auch anders genannt werden kann. Stimmt der Rechnername nicht, wählen Sie trotzdem "Ändern" und passen im folgenden Fenster den Rechnernamen an, ohne ihn in die Domäne aufzunehmen. Nach einem Neustart können Sie sich dann um die Domänenanbindung kümmern.

Computername
Abbildung 5.5-3: Computername festlegen

Wählen Sie hier den Punkt "Domäne" und geben Sie als Domänenname "WORKGROUP" an. Klicken Sie auf "OK".

Domäne
Abbildung 5.5-4: Domäne festlegen

Sie werden nach dem Namen eines Kontos gefragt, das die Berechtigung hat, der Domäne beizutreten. Geben Sie "adm" und dessen (Samba-)Passwort an, das Sie in der Vorbereitung eingetragen haben.

Nutzername
Abbildung 5.5-5: in der Domäne registrieren

Wenn alles gut gegangen ist, meldet das System nach einer Weile "Willkommen in der Domäne WORKGROUP". Schließen Sie alle bei dieser Einrichtung geöffneten Fenster. Sie werden aufgefordert, den Computer neu zu starten. Kommen Sie dieser Aufforderung jetzt aber noch nicht nach!

Willkommen in der Domäne
Abbildung 5.5-6: Registrierung in der Domäne erfolgreich

Damit die Domänenanmeldung mit einem Samba-Server funktioniert, muss ein Registry-Eintrag angepasst werden. Legen Sie die Arktur-CD in den Client-Rechner ein. Unter Software\Regedit finden Sie eine Datei "WinXP_Domainanmeldung". Klicken Sie auf diese Datei, damit sie in der Registry eingebunden wird. Erst jetzt starten Sie den Computer neu.

Registry-Patch
Abbildung 5.5-7: Patch von CD einspielen

Nach dem Neustart hat sich der Startbildschirm geändert. Statt der bisherigen lokalen Anmeldung müssen Sie sich nun mit [Strg]+[Alt]+[Entf] anmelden.

Anmeldebildschirm
Abbildung 5.5-8: Aufforderung zur Anmeldung

Bei der ersten Anmeldung müssen Sie "Optionen" wählen und die Domäne auswählen. Die Benutzereinstellungen (Profile) werden dann vom Server übernommen. Sie gelten in der Regel für Windows 2000 und Windows XP gleichermaßen.

Domäne auswählen
Abbildung 5.5-9:Anmeldung nach einem Neustart

 

c) Nutzung des Netzwerkes und Einrichtung weiterer Anwendungsprogramme

Ein von Arktur zur Verfügung gestellter Drucker kann - wie im Kapitel 5.4 für Windows 2000 beschrieben - auch von XP-Clients genutzt werden.

Das Einrichten von Netscape wird im Abschnitt 5.8 - Installation des Netscape Communicators beschrieben. Wir raten zu dessen Verwendung, weil die Konfiguration von Sicherheitsregeln hier unabhängig von anderen Anwendungsprogrammen und von Eingriffen der Betriebssystem-Assistenten möglich ist. Zudem lassen sich user-bezogene Daten, zum Beispiel persönliche E-Mail, und div. Einstellungen gut in dem geschützten Stammverzeichnis (Laufwerk U:) abspeichern.

Wenn Sie den Internet-Explorer von Microsoft oder MS Outlook verwenden möchten, so finden Sie eine Konfigurationsanleitung in Abschnitt 5.9 - Einrichten von Internet Explorer und Outlook Express. Weitere Programme zur Nutzung von Netzwerkdiensten sind zu finden auf Arktur (Verzeichnis "pub") oder auf der CD im Unterverzeichnis "Software".


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© Reiner Klaproth, 04.02.2002
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