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5.7 LINUX-Clients

Für die Anbindung von Linux-Clients werden zwei neue Serverdienste benötigt. Für die Verteilung von Dateien benötigen Sie das "Network-File-System", kurz NFS. Für die Verwaltung der Nutzerdaten und Ihrer Passwörter benötigen Sie einen zweiten Dienst, das "Network Information System" (NIS, eine Entwicklung von SUN Microsystems), das früher unter dem Namen YP-Protokoll (Yellow Pages, das aber ein eingetragenes Warenzeichen von AT&T ist) bekannt wurde und dessen Ursprünge heute noch sichtbar sind.

Für die Beschreibung der Anbindung der Clients wird als Beispiel die Distribution der SuSE AG (inzwischen Novell SUSE/OpenSUSE) benutzt. In anderen Distributionen sind diese Dienste ebenfalls verfügbar, müssen aber mit anderen Werkzeugen eingerichtet werden. Da diese Distribution in Deutschland am weitesten verbreitet ist und die SuSE AG Schulen bereits seit längerer Zeit mit Software-Paketen unterstützt, ist diese Distribution für Schulen eine gute Wahl.

a) Vorbereitungen an Arktur

Auf der Serverseite muss der Systemverwalter in der Menüoberfläche die beiden angesprochenen Dienste einschalten. Dazu wählen Sie also "System verwalten" -> "Netzdienste (de-)aktivieren".

sysadm-Verwalten
Abbildung 5.7-1: Menü Verwalten - Netzdienste

Wählen Sie jetzt "NIS-(YP)-Server Einschalten" und "NFS-Server Einschalten" aus. Dann werden nach dem obligatorischen "AKTIVIEREN" der NFS- und der NIS-Server gestartet. Diese Dienste stehen dann auch nach jedem Neustart des Servers zur Verfügung.

sysadm-Netzdienste
Abbildung 5.7-2: Menü Netzdienste einstellen

Dabei kann es vorkommen, das der NIS-Dienst nicht sofort richtig startet. Im Zweifelsfall müssen Sie nach dem AKTIVIEREN der Dienste den Schulserver neu starten.

Weiterhin muss jeder Nutzer, der von einem Linux-Client aus auf den Server zugreifen will, eine passende "Shell" bekommen:

Auch diese Änderungen müssen natürlich per AKTIVIEREN übernommen werden.

b) Netzwerkkarte und Protokoll einrichten

Die weitere Vorgehensweise ist nun stark abhängig von der Distribution. Unter SuSE-Linux dient das grafische YaST2 (Yet another Setup Tool) zur Konfiguration. Dazu sind auf jeden Fall "root"-Rechte notwendig. Bei der Ersteinrichtung startet YaST2 sofort, und Sie können die benötigten Einstellungen sofort vornehmen. Später werden Sie als normaler Nutzer beim Start von YaST nach dem Passwort von "root" auf der lokalen Arbeitsstation gefragt.

Wählen Sie aus der Kategorie "Netzwerkgeräte" den Punkt "Netzwerkkarte"aus.


Abbildung 5.7-3: YaST2 - Netzwerkeinstellungen

Wenn die automatische Hardwareerkennung die Netzwerkkarte bereits gefunden hat, wird diese in der folgenden Liste angezeigt. Gehen Sie auf "Globale Optionen".

Anderenfalls wählen Sie "Hinzufügen".


Abbildung 5.7-4: Netzwerk-Grundkonfiguration

Am schnellsten geht es auch hier wieder, wenn Sie "Dynamische Adresse (DHCP)" wählen. Dann werden alle weiteren Einstellungen, sogar der Rechnername des Clients, vom DHCP-Server auf Arktur geholt. Alternativ können Sie natürlich eine statische IP-Adresse angeben.


Abbildung 5.7-5: TCP/IP-Konfiguration der Netzwerkkarte

Wählen Sie dann die Schaltfläche "Hostname/DNS". Im folgenden Fenster geben Sie den Namen der Arbeitsstation und den Domainnamen an, den Sie in Ihrem Schulnetz verwenden.In der Liste der Nameserver geben Sie die IP-Adresse von Arktur mit "192.168.0.1" an.


Abbildung 5.7-6: Nameserver-Einrichtung am Client



Wählen Sie dann die Schaltfläche "Routing". Im folgenden Fenster geben Sie dann das Standardgateway an. Geben Sie auch hier die IP-Adresse von Arktur mit "192.168.0.1" an.


Abbildung 5.7-8: Gateway-Einrichtung am Client



c) NFS- und NIS-Client einrichten

Nun richten wir das "Network File System" (NFS) ein. Im YaST2-Hauptmenü finden Sie in der Kategorie "Netzwerkdienste" den Punkt "NFS-Client".


Abbildung 5.7-9: NFS-Client auswählen

Anschließend können Sie den NFS-Client konfigurieren. Die Liste der Netzlaufwerke ist zunächst leer. Deshalb wählen wir "Hinzufügen".


Abbildung 5.7-10: NFS-Client konfigurieren und Heimatverzeichnis /home einbinden

Dannn geben wir die IP-Adresse von Arktur an. Durch Drücken der Schaltfläche "Wählen" sehen wir dann bereits die von Arktur frei gegebenen Verzeichnisse. Als wichtigstes Laufwerk muss das Heimatverzeichnis "home" auf jedem Clientrechner zur Verfügung stehen. Achtung! YaST prüft bei der Einrichtung, ob der angegebene NFS-Server verfügbar und die angegebene Ressource auch freigegeben ist. Wenn Sie diesen Punkt einrichten, sollte die Netzwerkverbindung zu Arktur bereits hergestellt sein und die unter Vorbereitungen an Arktur festgelegten Dienste bereits gestartet sein. Verbinden Sie also das Verzeichnis "/home" von Arktur mit "/home" auf dem lokalen Client.

Wenn Sie wünschen, kann auch das CD-ROM-Laufwerk von Arktur als Freigabe auf dem lokalen Client eingebunden werden. Wie Sie weitere NFS-Freigaben auf dem Schulserver eintragen, ist im Kapitel 7.8 erklärt.

Damit sich ein Nutzer nun auch anmelden kann, muss das Passwort des Nutzers von Arktur an die Arbeitsstation übertragen werden. Dazu dient das "Network Information System" (NIS). Im Hauptmenü von YaST finden Sie unter "Netzwerkdienste" das Icon "NIS-Client".


Abbildung 5.7-11: NIS-Client einrichten

Hier müssen Sie die NIS-Domain und die IP-Adresse des NIS-Servers angeben. Die Domain ist natürlich mit der Schuldomain identisch. Die IP-Adresse gehört zu Arktur.


Abbildung 5.7-12: Dialogbox NIS-Client

Auch hier testet YaST, ob der angegebene Server erreichbar und der Dienst bereitgestellt wird. Schließen Sie nun die geöffneten Fenster. YaST wird in einem Konfigurationslauf alle Angaben eintragen. Es empfiehlt sich, nach diesen Änderungen den Client neu zu starten. Wenn Sie mehr über NFS, NIS und deren Funktion wissen wollen, lesen Sie bitte im Kapitel 7.8 nach.

Die Einrichtung von Netscape Navigator, Firefox oder Konqueror als Browser ist etwas anders als in den nun folgenden Kapiteln. Allerdings können Sie eine Reihe von Einrichtungsregeln übernehmen. Eine genauere Darstellung würde den Rahmen dieser Anleitung sprengen.


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© Reiner Klaproth, 05.02.2002


Diese Seite dokumentiert den c't/ODS-Schulserver, insbesondere die Dateien in den Verzeichnissen "/slack/ods1" und "slack/ods9" auf der Installations-CD (oder der zugehörigen *.iso-Datei).
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