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6.3 Sperren und Freigeben von WWW-Seiten

Gerade bei Schülern sollten Sie den Zugriff auf bestimmte Seiten sperren, weil die Schüler meist minderjährig sind und bestimmte Inhalte unter das Jugendschutzgesetz fallen (Jugendgefährdende Schriften). Allerdings sollten Sie niemals dem Glauben unterliegen, damit alle möglichen Seiten gesperrt zu haben. Sonst müssten Sie selbst die Millionen von Webseiten untersuchen und diese einzeln sperren. Eine gute Aufsicht während der Surfstunden ist damit nicht zu ersetzen.

  1. Schmuddel-Liste und whitelist

    Die Funktionen zum Sperren und Freigeben von Seiten sind im Proxy-Server eingebaut. Er filtert die Seiten nach der Adresse, dem URL (Unified Ressource Locator). Die Inhalte der Seiten werden nicht untersucht. Sie sperren Seiten als sysadm über das Menü "Verwalten" und "WWW".

    Menüeintrag WWW-Seiten
    Abbildung 6.3-1: Menü Verwalten - WWW

    Hier müssen Sie auswählen, ob Sie Seiten in die Sperrliste eintragen oder Ausnahmen zulassen möchten

    Sperren oder freigeben?
    Abbildung 6.3-2: Sperren oder Ausnahmen festlegen

    Fall1: Sie möchten eine Ausnahme zulassen, weil in der Sperrliste ein Begriff steht, den Sie dort nicht entfernen wollen - aber eine unbedingt benötigte Webseite genau diesen Sperrbegriff enthält und somit nicht sichtbar ist. Ein Beipiel ist hier die "Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung" mit der Adresse "www.bzga.de", die auch über "Safer Sex" aufklärt. Dann wählen Sie "Weiss - Ausnahmen festlegen (freie Seiten)" und können dann genau diese freizugebende Webseite in die Ausnahmeliste eintragen.

    freigeben von Webseiten
    Abbildung 6.3-3: Ausnahmeliste bearbeiten

    Fall 2: Haben Sie "Sperren - Sperren von Webseiten oder Begriffen" gewählt, dann sehen Sie eine Liste der bisher gesperrten Webseiten und am Anfang den Eintrag "Neu" zum Erweitern der Liste.

    Sperrliste
    Abbildung 6.3.4: Sperren von WWW-Seiten - Übersicht

    Für jede neue Regel wählen Sie den Eintrag "Neu". Damit gelangen Sie in das folgende Menü, in dem die Verwendung der Suchmuster erklärt ist. Hier tragen Sie nun entweder vollständige URLs ein oder bestimmte Suchbegriffe.

    Neuer Sperreintrag
    Abbildung 6.3-5: Eintragen neuer Sperrregeln

    Das Regelwerk dafür ist ein wenig komplex. So steht der Stern für beliebige Zeichen. Für den Anfang einer Zeichenkette steht "^" und für das Ende der Zeichenkette das "$". So können Sie also mit dem Eintrag "sex" alle Zeichenketten sperren, in denen der Ausdruck "sex" vorkommt. Damit sperren Sie aber auch www.passexpress.com, eine Seite, die Einwanderungsinformationen in den USA enthielt (aber inzwischen umgezogen ist). Aber auch eine Suchanfrage zum Thema "Staatsexamen" wird dann zurückgewiesen. Allerdings ist die Zahl der Schmuddelseiten mit "sex" im Namen deutlich größer.

    In diese Auswahl sollten Sie vor allem solche Ausdrücke mit "porn", "hardcor", "adult"  und "xxx" aufnehmen, die wohl immer auf solche Schmuddelseiten hinweisen. Auch rechtsradikale Inhalte sollten in diese Sperrlisten aufgenommen werden. Eine kleine Sperrliste ist in dieser Version des c't/ODS-Schulservers bereits integriert, die Sie nun selbst anpassen und erweitern müssen. Aus rechtlichen Gründen wird keinesfalls eine Liste mit "Schmuddelseiten" ins Internet gestellt.

    Wichtig: Nach dem Eintragen oder Löschen der Sperr- oder Ausnahmeregeln müssen Sie wie immer noch "AKTIVIEREN". Erst dann werden die Änderungen übernommen.

  2. SquidGuard

    Für grosse zu berücksichtigende Listen ist "squidGuard" besser geeignet; es wird bei "Arktur" mitgeliefert, aber nicht "ab Werk" aktiviert.
    Zur Aktivierung reicht es aus, in "/etc/squid/squid.conf.in" im Abschnitt 7 die Raute vor der "redirector"-Zeile mit "squidGuard" zu entfernen und dann (am sichersten) die Internet-Verbindung einmal ab- und wieder aufzubauen.

    Einige Institutionen bieten an, die Filterlisten regelmässig zu aktualisieren - der tatsächliche Nutzen solcher Aktualisierungen ist unklar.

  3. Rechtslage

    Ein solcher Filter ersetzt nicht die Aufsicht. Er kann auch umgangen werden - für böse Buben ist so etwas eher ein Ansporn als ein Hindernis.

    Wer (z.B. auf Drängen des Kultusministeriums oder der Elternvertretung) den Schutz nachweisen muss, der sollte sich überlegen, ob er (gegen Bezahlung) einen externen Dienstleister damit betraut.

    Ausführliche Erörterung der Rechtslage (Peter Voigt)


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© Reiner Klaproth, 10.02.2002
Helmut Hullen und Arktur-Team
Diese Seite dokumentiert den c't/ODS-Schulserver, insbesondere die Dateien in den Verzeichnissen "/slack/ods1" und "slack/ods9" auf der Installations-CD (oder der zugehörigen *.iso-Datei).
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